FAQ - Häufig gestellte Fragen
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Schreiben Sie uns Ihre Frage an: info@museums-tangente.ch Ihre Fragen werden durch die Initiantin Heidi Heine beantwortet.
Was bedeuten denn Nachhaltigkeitskriterien
DGNB, BREEAM, SIA, NNBS oder KBOB?
Nachhaltige Gebäude rücken in der Baubranche immer mehr in den Vordergrund. Neben der gesteigerten Lebensqualität für Mieter und Nutzer, profitieren auch Eigentümerinnen und Investorinnen von Wertsteigerungen der Immobilien. Gleichzeitig resultieren niedrigere Betriebs- und Unterhaltskosten.
Durch die wachsende Nachfrage haben sich einige Gebäudezertifizierungssysteme weltweit gebildet. Zu den bekanntesten Ratingsystemen zählen DGNB, LEED, sowie BREEAM. In der Schweiz kommen auch SIA, SNBS, KBOB zur Anwendung. Welches System für Arbons Museumstangente das Richtige ist, hängt davon ab, welche Kriterien für das Quartier als wichtig erachtet werden. Nicht alle decken alle Bereiche ab: Betriebsenergie, Innenraumklima, Materialisierung, Wirtschaftlichkeit, Gesellschaft/Soziales, Mobilität, Umgebung werden unterschiedlich gewichtet.
Heute, Montag 7. Februar lese ich von Herrn Markus Schoch seine Einschätzung auf meine Forderungen. Ich erlaube mir an dieser Stelle zu antworten:
Herr Schoch ist der Auffassung, dass meine "Ideen" von den Investoren nicht umsetzbar wären, da unbezahlbar. Stimmt nicht. Lieber Herr Schoch, nein! Ich wünsche mir, dass unsere Stadtentwicklung sich endlich an einen Verhandlungstisch setzt und gute Verhandlungen mit den Investorinnen führt, welche alle zu Gewinnern machen. Mit dem Stadthof zusammen hat die Stadt die Möglichkeit, auf dem WERK2 Geschossflächen als Ausgleichsflächen zu schaffen, welche am Ende der Stadt, den Investorinnen und der Bevölkerung einen deutlich grösseren Nutzen bringen. Dies auch monetär für die Investorinnen! Wird der Teilzonenplanänderung vom Stadthof zugestimmt, verliert die Stadt diese enorme Chance, zum Beispiel für etliche Stockwerke der RIVA Türme auf der anderen Gleisseite einen Flächenausgleich anzubieten. Durch Gewinn-und Lastenausgleich und einen gemeinsamen Flächenpool ergibt es mehr Spielraum für eine viel interessantere Vermarktung. Ich bin überzeugt: Es gibt hervorragende Lösungen, welche der HRS und der Seewarte AG nicht nur viel Ärger ersparen, sondern langfristig bedeutend mehr Gewinn für ihre weitere Geschäftstätigkeit bringen. Es lohnt sich für alle, jetzt NEIN zu sagen. Auch finanziell!
Eine halbpatzige Planung und mehr Verkehr im Stadtzentrum kostet uns alle für Jahrzehnte mehr. Monetär, Lebensqualität, leerstehende Flächen in den Erdgeschosszonen der Nachbarschaften und das Ausbleiben neuer innovativer Unternehmen. Das ist es, was Arbon sich nicht leisten kann.
Ich bedanke mich bei den beiden Journalisten Ueli Daepp vom «felix.die zeitung» und Markus Schoch von der Thurgauer Zeitung «TAGBLATT» für die Berichterstattung vom 28. Januar.
Etwas möchte ich zum Bericht im Felix noch berichtigen:
Die gezeigten Beispiele auf dem Bild stammen vom «Harry Gugger Studio Basel» und zeigen das neue Zentrum von Birsfelden. Nicht wie geschrieben Überbauungen von Tübingen.
Was wäre denn ein konkretes Beispiel für eine Nutzung nach altem Stil und eine nach neuem Stil?
Gerne greife ich das Beispiel KITA auf. Im Stadthof "nach alter Bauweise" könnte eine solche im ersten Stock oben platziert werden.
Eine KITA im ersten Stock halte ich für "nicht optimal". Wollen wir eine wirklich kindgerechte KITA, dann sollte diese mit einem für Kinder abgegrenzten Aussenraum beschaffen sein. Seit COVID zweimal. Nehmen wir die Entwicklung der Kinder nicht ganz so ernst, dann reicht irgendein beliebiges Flächenangebot für eine KITA aus. So passiert es, wenn Fachpersonal im Vorfeld nicht dazu gefragt wird, was denn eine KITA aus baulicher Sicht im optimalen Fall ausmacht. Deshalb braucht es "Partizipation", also aktives Mitwirken Betroffener.
Am Beispiel KITA ist aus meiner Sicht richtig, wenn man sich fragt, was genau die wichtigen Bedürfnisse für eine gesunde Entwicklung der Kinder ist: Fachleute von KITAS sind also vor einer Planung einzubeziehen, ja, man müsste auch Kinder fragen, was sie brauchen. Und/oder Erkenntnisse aus der Sozialpsychologie und Urbanen Psychologie in die Planung aufnehmen.
Fragen könnte man sich zum Beispiel:
- Ist es wichtig, dass Kinder auch von einer KITA viel mehr raus an die frische Luft können und zwar nicht nur, wenn alle gemeinsam nach draussen gehen?
- Sollten sie Gelegenheit für Bewegungsspiele, zur Anregung der Motorik erhalten, schaukeln, «Natur be-greifen» können?
- Sollten sie sich verstecken und im Sandkasten «dreckeln» dürfen?
- Was sagt die Entwicklungspsychologie und welche Anforderungen für eine möglichst gute Entwicklung in den wichtigen ersten Lebensjahren sind beim Bau zu berücksichtigen?
- Welche Bedürfnisse sollten optimalerweise baulich berücksichtigt werden?
Dies ist nur EIN Beispiel, wie man in einer zukunftsgerichteten Architektur heute anders plant. Das hat Einfluss auf unser Zusammenleben, auf soziale Beziehungen und ob eine Stadt für junge Fachkräfte ein interessanter Ort zum Leben ist.
Natürlich könnte und sollte man genauso die Beispiele "Jugendliche", "Betagte", "Menschen mit besonderen Bedürfnissen", "Einsame Menschen" und andere mehr einbeziehen.
Unsere Gesellschaft ist eben mehr, als "nur Konsumentin und Konsument".
Zusammen mehr erreichen?
Was könnte und sollte entstehen, wenn Gemeinden und Investorinnen gemeinsame Sache machen, um«das Gemeinwohl» ins Zentrum zu rücken?
Herr Gustav Maurer hat die Idee, ob über solch enorme Baulandaufwertungen in Steinach und Arbon der langersehnte Bau eines Hallenbades in unmittelbarer Nähe des Bus- und Zug- Bahnhofs in Arbon endlich Realität wird. Die restlichen Baukosten können von der zu konstituierenden Interessengesellschaft von ca. 20 Gemeinden, welche zwischen Rorschach und Amriswil bis hoch nach Wittenbach knapp 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner zählen, getragen werden. Auch trägt die in Auflösung begriffene Gesellschaft «Pro Hallenbad Arbon» 400'000 CHF bei.
Ja, Herr Maurer – ich danke Ihnen für diese prüfenswerte Idee.
Verbessert der Stadthof, wie von manchen Stadtparlamentariern behauptet, die finanzielle situation der stadt arbon?
Ein Einwohnerwachstum alleine verbessert einer Gemeinde die finanzielle Situation nicht zwingend. Nach Statistiken des Kantons Zürich von 2018 ist nicht offensichtlich, dass Gemeinden, die gewachsen sind, auch bessere Steuerzahler bringen. Mit dem Einwohnerwachstum steigen auch die Ausgaben von Kanton/Stadt und Sozialversicherungen. Arbon kann vom Vorteil des direkten Seeanstoss profitieren, so wenn sie diese wertvolle Natur-, Freizeit, Tourismus- und Erholungs- Resource gut schützen. Der grosse Nachteil von Arbon liegt in seiner dezentralen Lage. Hier hilft nur Innovation und eine besondere Ausstrahlung, welche "gute Steuerzahler" und junge Unternehmer-innen anziehen. Mit mehr Verkehr im Zentrum und periodischen Stausituationen passiert dies definitiv nicht. Verpasst Arbon die Chance in ihrem Zentrum, hat sie durch mehr Einwohner-innen zwar höhere Infrastruktur-Ausgaben (Kosten für Schulen, Service Public etc.) und Umweltbelastungen , sowie grössere Probleme für die Nachbarschaften (Verschiebung leere Erdgeschoss Ladenzonen), aber nicht zwingend bessere Steuereinnahmen, welche die Ausgaben-Seite kompensieren.
Warum sollten investorinnen ein interesse daran haben, sich auf die idee eines gemeinsamen planes für das gesamtareal einzulassen?
Weil sie selbst davon profitieren. Entsteht in Arbon ein wirklich gutes Beispiel eines richtig innovativen, nachhaltig gebauten Stadtzentrums, werden die Investorinnen mit Folgeangeboten langfristig wegen ihres einmaligen Resümees überhäuft werden. Andersherum entsteht ihrem Image ein grosser Folgeschaden, bauen sie ein neues Stadtzentrum an solch aussergewöhnlicher Lage "im alten Stil". Eine Firma, welche ihr Unternehmertum im Altruismus ansiedelt - also das Gemeinwohl ein wichtiger Grundpfeiler ihres Schaffens ist - kann sich so einen Reputationsschaden nicht leisten. Mit einer vorbildlich innovativen, "Netto Null-Bauweise" erhalten Ihre Immobilien, wie auch die Immobilien der Nachbarschaft eine Wertsteigerung und sie selbst einen excellenten Ruf mit echter Ausstrahlung. Auch resultieren langfristig niedrigere Betriebs- und Unterhaltskosten und möglicherweise auch Einnahmen aus der Vermarktung erneuerbarer Energie in ihrer Nachbarschaft.
Warum sollte sich ein junges unternehmen in arbon ansiedeln? Arbon liegt doch viel zu dezentral...
Tatsächlich ist die dezentrale Lage für Firmen ein Problem, wollen sie für Fachpersonal attraktiv sein. So müssen wir uns die Frage stellen: Was macht Arbon zu einem attraktiven Arbeitsplatz?
Sicher ist der See ein grosser Pluspunkt. Ein wirklich innovatives, attraktives Stadtzentrum, das lebt, ist zwingend der andere. Neue Menschen die hierher kommen, brauchen Orte, wo man sich begegnet, konsumiert, wo verschiedene Treffpunkte sind und öffentliches Leben auch nach Ladenschluss stattfindet.
Was bedeutet
"Museumstangente"?
Der Begriff Museumstangente ist ein frei erfundener Begriff, um auszudrücken, dass es eine Planung für das gesamte Quartier braucht. Ich meine damit, dass es städtebauliche Verbindungen zwischen dem abgelehnten Hochhaus Steinach über das neue kantonale Museum in der Webmaschinenhalle über die Musikschule/Presswerk bis vor zum Bahnhof/Busbahnhof und runter zum See, Metropol/RIVA braucht. So, wie es die Skizze am Anfang der Website vereinfacht darstellt.
Warum "Stadtzentrum"?
Das Stadtzentrum ist doch
die Altstadt in Arbon!
Heute spricht man in den meisten Schweizer Städten rund um den Bahnhof vom Stadtzentrum. Dass man sich am Begriff «neues Zentrum» stört, ok. Aber was ist es dann? Es ist nichts anderes. Es ist das neue Zentrum von Arbon. Und Hand auf's Herz: Wir wissen ja bis heute nicht, wo die Kreuzung der Römer, welche nun definitiv das ursprüngliche Stadtzentrum besiegeln würde, in Arbon genau liegt (womöglich unter dem geplanten Stadthof ;-)? Für mich ist die Altstadt das alte Zentrum, der Ursprung, das Herz von Arbon. Wenn Jemandem ein besserer Begriff für das Gebiet um den Bahnhof einfällt, dann kann man das und Vieles diskutieren. Mir fällt kein treffenderer Begriff ein und ich habe schon sehr viel darüber nachgedacht. Die Diskussion über die Gestaltung unserer Stadt ist auf jeden Fall eröffnet. Schön!
Zum Thema Mehrwertabgabe:
Wo findet man zum Thema Informationen?
In der neusten Broschüre von EspaceSuisse "Raum und Umwelt" Ausgabe2021/3 vom Dezember 2021.
Bestellen kann man diese unter info@espacesuisse.ch oder info@museums-tangente.ch
EspaceSuisse schreibt darin: «Der Kanton muss die Gemeinden verpflichten, erhebliche Planungsmehrwerte dem Mehrwertausgleich zu unterstellen, soweit er diese nicht selbst erfüllt. Lässt ein Kanton den Gemeinden die Wahl, erhebliche planerische Vorteile aus Um- und Aufzonungen dem Mehrwertausgleich zu unterstellen und verzichten diese darauf, kommen sie diesem Gesetzgebungsauftrag nicht nach und verletzen damit Bundesrecht.»
Verletzen wir in Arbon Bundesrecht, wenn wir die Mehrwertabgaben für wesentliche Um- und Aufzonungen nicht erheben?
Es wäre gut, wenn diese Frage durch Fachleute der Stadt Arbon mit dem Juristischen Dienst von EspaceSuisse vor der Abstimmung zu Zonenplanänderungen geklärt wird.
Sind die Umzonungen der auf dem Stadthof Areal liegenden Parzellen der Stadt keine Umzonung von öffentlichen Zonen?
Es hat einen kleinen Anteil an öffentlichen Zonen auf dem Gebiet, wo der Stadthof entstehen soll.
2038 Politische GemeindeArbon Grundbuch 4401 /Strasse zwischen 3049-2134
1265 Politische GemeindeArbon Grundbuch 4401
4260 Politische GemeindeArbon Grundbuch 4401
Das müssten aber Profis noch genauer bestätigen.
Betreffen die vom Bund geforderten Mehrwertabgaben nur Auf- und Umzonungen öffentlicherZonen?
Nein, ganz im Gegenteil. In öffentlichen Zonen kann man laut EspaceSuisse auf die Erhebung der Mehrwertabgaben unter gewissen Umständen verzichten, aber eben nicht auf privatem Grund, wo erhebliche Mehrwerte durch Auf- und Umzonungen entstehen.
Im Gegenzug müssen Gemeinden ja auch entschädigen, wenn ein Grundstück zurückgezont oder enteignet wird, um zum Beispiel im öffentlichen Interesse zu bauen.
Kann durch städtebauliche Verträge ein Ersatz abgeglichen werden?
Ja, das ist richtig. Ein solcher muss aber ausdrücklich "angemessen" sein. Ob die Aushandlung von Dienstleistungsflächen, Studienauftrag und Gestaltungsplan zu einer normalen Projektierung in dieser Lage gehören, kann ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall müssen qualifizierte Berechnungsgrundlagen über die Höhe des Mehrwertes vorliegen, um städtebauliche Vertragsinhalte vergleichen zu können. Eine Berechnungsgrundlage, wie hoch die Mehrwerte durch die Zonenaufwertung des Stadthofes sind, liegen bei der Stadt nach meinen Informationen nicht vor.
Könnte ein zukünftig gefällter, längst überfälliger Entscheid des Kantons Thurgau bezüglich der Mehrwertabgabe für wesentliche Auf- und Umzonungen vorausschauend vertraglich mit einer Klausel mit den Investorinnen geregelt werden?
Auch das kann ich Ihnen nicht beantworten. Es ist aber eine interessante Frage! Das wäre wohl auch eine Frage, welche die Stadtentwicklung mit dem Juristischen Dienst von Espace Suisse vor einer Auf- oder Umzonung klären könnte. Vielleicht wäre ja möglich, eine vertragliche Klausel für Gesetzesänderungen beim Kanton innert 10 Jahren mit den Investorinnen zu vereinbaren. Aber ja, da überfragen Sie mich jetzt.
Für was sollen Mehrwertabgaben eingesetzt werden?
EspaceSuisse schreibt dazu: «Die Erträge aus einer Mehrwertabgabe sollen zum Beispiel für Infrastruktur- und Ausstattungskosten, etwa für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die Erstellung von Rad- und Fusswegen, den Ausbau und die Aufwertung von Grün- und Freiräumen oder die Schaffung und Förderung soziokultureller Einrichtungen wie Kitas, Jugend- und Quartiertreffpunkten oder Alterseinrichtungen eingesetzt werden.» Also ziemlich Vieles von dem, was wir uns mit der städtebaulichen Planung der Museumstangente für Arbon wünschen.